1860 bis 1918
Alles begann in der Wohnung eines gewissen Hermann Scheulen, wo sich 4 (vier!) junge Männer zu Singübungen trafen. Jedoch schon bald mußte man in den Schulsaal umziehen, weil der Zuspruch derer, die mitsingen wollten, zu groß geworden war. Die damals schon guten Leistungen der Sänger führten dazu, daß sie beauftragt wurden, die Gottesdienste in Korschenbroich musikalisch zu gestalten – dies bis zur Gründung des Kirchenchores im Jahre 1863. Der Verein wurde größer, eine entsprechende Organisation mußte her, und so wurde Brauereibesitzer Hugo Hannen der erste Vorsitzende, in späteren Jahren abgelöst durch Bäckermeister Adrians, der wiederum 1890 gefolgt von Philipp Hintzen. 1865 gab es die erste Vereinsfahne, sie wurde im Rahmen des 25-jährigen Vereinsjubiläums 1885 unter Teilnahme auswärtiger Gesangvereine feierlich geweiht und ist noch heute in Gebrauch.

Von 1887 bis 1893 lag das Dirigat in den Händen von Richard Baues, welcher den Chor mehrfach zu Erfolgen bei Chorwettbewerben führte. Der Chor, inzwischen auf stattliche 30 Sänger angewachsen, glänzte durch sehr gute Leistungen und war alsbald in seiner Heimatgemeinde sehr beliebt. Nach einem kurzen Dirigat durch Wilhelm Arrenbrecht übernahm 1906 Peter Hamacher die musikalische Leitung und begann mit den Vorbereitungen für das „Goldenen Jubiläum“ im Jahre 1910.

Am 09. Juli war es dann soweit: von nun an bis zum 11. Juli wurde gefeiert. Die Gemeinde nahm großen Anteil, 35 Vereine und eine Militärkapelle aus Köln wirkten im Festzug mit, und ein Freundschaftssingen rundete die Jubeltage, an denen noch drei der Gründer regen anteil hatten, ab. Kurz nach dem Fest ging der Vorsitz von Philipp Hintzen über an den langjährigen Vorsitzenden und späteren Protektor Josef Böttges, der durch seine Verbundenheit zum Deutschen Lied wesentlich zur Blüte des Vereins beigetragen hat. Ohne Fleiß kein Preis – aber durch Fleiß eben docch ein Preis, oder besser gesagt, 2 Preise! Im Jahre 1912 errang der Chor auf einem Wettstreit in Neuß den 3. Preis und den 2. Ehrenpreis in de Landesklasse. Danach legte Peter Hamacher den Dirigentenstab nieder, der Fortsetzung erfolgreicher Chorarbeit unter der Stabführung von H. Rütten aus Mönchengladbach setzte der Ausbruch des 1. Weltkrieges ein jähes Ende. Nun ruhte die Arbeit, die grausamen Folgen des Zeitgeschehens machten aber auch vor dem Chor nicht halt – sieben Sänger kehrten aus dem Felde nicht mehr zurück. Weiter...